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33/2009
 

Du hast mich geschaffen – meinen Körper und meine Seele, im Leib meiner Mutter hast du mich gebildet. Herr, ich danke dir dafür, dass du mich so wunderbar und einzigartig gemacht hast! Großartig ist alles, was du geschaffen hast – das erkenne ich!

Psalm 139,13.14 (Hoffnung für alle)

Ob der Hirte und spätere König David so hübsch, männlich und muskulös aussah, wie ihn Michelangelo aus einem Marmorblock gemeißelt hat, weiß kein Mensch. Mit Sicherheit war er nicht so groß (4,34 Meter!). Eines wissen wir jedoch, weil David darüber ein Lied (den 139. Psalm) komponiert hat: Er betrachtete sich als ein wunderbares und einzigartiges „Kunstwerk“ Gottes!

Leider gelingt dies nicht jedem Menschen. Ich denke an eine Frau, die sich in den USA 38-mal unters Messer legte, um eine künstliche Nase, Silikon-Brüste, ein verkleinertes Kinn, aufgestülpte Lippen und einiges mehr operiert zu bekommen. Dafür soll sie das Erbe ihres Vaters ausgegeben haben. Ich bin mir nicht sicher, ob sie sich nun in ihrer Haut wohl fühlt und beim Blick in den Spiegel zu jubeln beginnt.

Äußere Schönheit – wer wollte festlegen, was damit gemeint sein soll? Manchmal frage ich mich beim Betrachten eines Paares: Was findet er (sie) bei ihr (ihm) bloß so anziehend? Dann wird mir erneut klar: Schönheit ist ein sehr relativer Begriff. Und: Es kommt auf die Augen des Betrachters an – bei Menschen, die sich lieben, führt der Weg von den Augen zum Gehirn eindeutig übers Herz; dort findet eine „Bildverarbeitung“ der besonderen Art statt, die sich überhaupt nicht an anatomischen Kriterien oder Modetrends orientiert.

Wohl dem, der sich von Gott immer wieder den Blick für das schärfen lässt, worauf es bezüglich äußerer und innerer Schönheit ankommt! Derjenige, der uns geschaffen hat, kann uns die Fähigkeit schenken, uns so anzunehmen, wie wir sind. Und derjenige, der uns erlöst hat, kann uns dazu befähigen, im Mitmenschen das Gute und Lobenswerte zu sehen – das, was eines Tages bleiben wird, wenn die „Verpackung“ Falten und Flecken bekommt.

Etwas mollig geworden? Das ist kein Grund zur Panik: Gott legt sein Messband nicht um die Hüfte, sondern ums Herz. Etwas kurz geraten? Auch das muss nicht zur Verzweiflung führen, denn es kommt nicht auf die Länge an, sondern auf die Größe. Die innere Größe aber kommt von Gott – und ist völlig unabhängig von der Statur!

Eli Diez-Prida

© Advent-Verlag Lüneburg


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