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19/2009
 

Er aber sprach zu ihr: Meine Tochter, dein Glaube hat dich gesund gemacht; geh hin in Frieden und sei gesund von deiner Plage.

Markus 5,34

Als ich noch keine Adventistin war, steckte einmal ein christlicher Kalenderzettel in unserem Briefkasten. Die letzten Worte des Textes haben mich damals sehr nachdenklich gestimmt. Zurückblickend weiß ich, dass diese Worte der Beginn meines Glaubens an Gott waren: „Gehe hin in Frieden; dein Glaube hat dir geholfen.“

Als ich mich Jahre später taufen ließ und zur Adventgemeinde kam, lernte ich die Bibel kennen und fand diese Worte im Markusevangelium. Jesus war gerufen worden, das Kind eines vornehmen Mannes zu heilen. Eine große Menschenmenge machte das Vorankommen schwer, und inmitten dieses Gedränges geschah es: Eine kranke Frau berührte sein Gewand, denn sie glaubte ganz fest daran, dass er sie heilen könnte. Und so geschah es auch.

Wer war diese Frau? Ihr Name wird nicht genannt. Zwölf Jahre lang hatte sie an Blutfluss gelitten und all ihr Vermögen für die Heilung aufgewandt, ohne gesund zu werden. Hinzu kam die seelische Belastung aufgrund der gesellschaftlichen Isolation, denn nach dem jüdischen Gesetz war sie unrein. So blieb ihr auch der Trost durch den Gottesdienstbesuch versagt. Doch diese Frau nahm ihr Schicksal nicht einfach hin: Sie wünschte, wollte, glaubte und wagte schließlich den Schritt zur Veränderung. Und das Wunder geschah tatsächlich!

Jesus spürte die von ihm ausgehende Kraft, wandte sich um und fragte: „Wer hat meine Kleider berührt?“ (V. 30) Seine Jünger waren erstaunt und antworteten: „Du siehst, dass dich die Menge umdrängt, und fragst: Wer hat mich berührt?“ (V. 31) Als er sich nach der Frau umsah, kam sie herbei, fiel vor ihm nieder und erzählte ihm ihre Leidensgeschichte. Da sprach Jesus die bedeutsamen Worte, die mich stets begleitet haben: „Meine Tochter, dein Glaube hat dich gesund gemacht; geh hin in Frieden und sei gesund von deiner Plage!“ (V.34)

Diese namenlose Frau macht uns Mut. Manches Mal hätte ich mir gewünscht, Jesu Gewand berühren zu können, besonders seit ich selbst erkrankt bin. Aber wir haben die Möglichkeit des Gebets, wir dürfen ihm täglich unser Leben anvertrauen. Das habe ich getan. Ich darf Gottes Hilfe und Gegenwart spüren und danke ihm jeden Tag dafür.

Wilma Gramkow

© Advent-Verlag Lüneburg


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