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17/2009
 

Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin.

1. Korinther 15,10a

Ich weiß nicht, wie es anderen geht, aber manchmal bin ich nicht mit mir zufrieden, so wie ich bin. Und manchmal auch nicht mit anderen, so wie sie sind! Vielleicht nehme ich mir deshalb am Jahresanfang oft vor, was ich alles ändern möchte. Doch es ist nicht immer leicht, alle guten Vorsätze zu verwirklichen.

Ich erinnere mich noch gut an die Jahreswende 2002/2003. Natürlich hatte ich wieder einige gute Vorsätze für das neue Jahr gefasst. Dazu gehörte auch, jeden Morgen im Andachtsbuch zu lesen. Nur: Ich hatte vergessen, es zu bestellen. Doch im Laufe des 1. Januar bekam ich es geschenkt – wie schön! Nun konnte ich wenigstens mit der Ausführung meiner guten Vorsätze beginnen.

Als ich die damalige Jahreslosung las: „Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin“, spürte ich eine Ruhe, einen Frieden und eine Dankbarkeit, die mit Worten schwer zu beschreiben sind. Und plötzlich waren meine guten Vorsätze für das neue Jahr nicht mehr so wichtig. Mir wurde bewusst: Alle diese Vorsätze sind schon gut, aber auch ohne sie bin ich in Gottes Augen wertvoll. Trotzdem – einen Vorsatz führte ich im Jahre 2003 aus: Ich las jeden Tag in meinem Andachtsbuch!

Auch der Apostel Paulus muss die von mir empfundene innere Ruhe, Dankbarkeit und den Frieden gespürt haben, als er in 1. Korinther 15,9.10 bekannte: „... ich bin der geringste unter den Aposteln, der ich nicht wert bin, dass ich ein Apostel heiße, weil ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe. Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin.“ Durch Gottes Gnade wurde Paulus vom Christenverfolger zum Verkündiger des Evangeliums.

Mögen uns die Worte „Durch Gottes Gnade sind wir, was wir sind“ täglich begleiten und den richtigen Weg weisen, uns stärken, Frieden und Hoffnung schenken und die Gewissheit, dass wir durch Gottes Gnade seine Kinder sind. Gottes Gnade ist sein Geschenk an uns. Wir müssen nichts dafür zahlen oder geben, wir dürfen sie einfach nur annehmen. Wenn wir das schaffen, dann können wir auch mit unserer Biografie leben. Nur dadurch können wir auch andere Menschen in ihrer Andersartigkeit akzeptieren und schätzen und für unser Umfeld zum Segen werden. Dann werden wir uns nicht nur selbst korrigieren, sondern beginnen, unsere weitere Biografie aus neuer Sicht zu schreiben und dabei ganz fest auf seine Hilfe und sein Verständnis zu vertrauen.

Wilma Gramkow

© Advent-Verlag Lüneburg


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