You are here: Andacht der Woche  

41/2008
 

O Jerusalem, ich habe Wächter über deine Mauern bestellt, die den ganzen Tag und die ganze Nacht nicht mehr schweigen sollen. Die ihr den Herrn erinnern sollt, ohne euch Ruhe zu gönnen, lasst ihm keine Ruhe, bis er Jerusalem wieder aufrichte und es setze zum Lobpreis auf Erden!

Jesaja 62, 1-12


Zerstreute Leute müssen sich einen Knoten ins Taschentuch machen, um wichtige Termine nicht zu vergessen.

Da wirkt es auf uns fast leichtfertig, wenn Jesaja dazu auffordert, Gott an seine Verheißungen zu erinnern. Der große und heilige Gott, der Schöpfer aller Dinge, ist doch nicht vergesslich! Dennoch will er fortwährend an seine Zusagen erinnert sein. Jesaja möchte viele Leute freistellen, die im Schichtdienst auf den soeben wieder aufgerichteten Mauern Jerusalems zu Gott schreien, dass er sein Wort Wahrmache.

Wie leicht macht man sich ein falsches Bild von Gott. Er handelt eben nicht nach sturen Gesetzen. Sein Heilsplan gleicht nicht einer Zeitzünderbombe, deren Uhrwerk unveränderlich auf eine bestimmte Zeit eingestellt ist. Als ob Christen nur still warten müssten, bis die Zeit abgelaufen ist. Ganz im Gegenteil zeigt uns die Bibel, dass Glaubende durch Gebete den Ablauf der Ereignisse entscheidend mitbestimmen können.
Früher, zur Zeit der Grafen und Herzöge, kannte man noch vornehme Zurückhaltung. Die Diener durften nicht wagen, an der Türe ihrer Herren anzuklopfen. Sie kratzten nur leicht mit der Spitze ihres Fußes auf dem Boden, um ihre Nähe anzuzeigen.

Gott übt stolzen Menschen gegenüber solch noble Zurückhaltung. In seiner ganzen Person aber brennt er ungestüm, um rettend in die Weltgeschichte einzugreifen. Er leidet mit, wenn Menschen ohne Hoffnung zusammenbrechen. Er will helfen, aber er drängt sich niemand auf. Er steht vor der Tür und klopft ganz leise an.

Wer aber weiß, wie Gott liebend um diese Welt eifert, muss beten und Gott drängen. Gott hat an unserem Eifer Gefallen. Wohl haben wir ihm keine fertigen Lösungen vorzuschreiben, aber wir kennen sein Programm. Er hat uns von seinem Erbarmen gesagt. Wir kennen aus seinem Wort schon die Umrisse der neuen Welt, die er schaffen will. Um jede einzelne Verheißung Gottes darf man im Gebet ringen, bis dass er sie bei uns erfüllt und Wahrmacht.

Aus dem Andachtsbuch: Wer Jesus hat hat das Leben



33/2008 | 30/2008