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30/2008
 

Ich aber schreie zu Gott, und er, der HERR, wird mir helfen. Am Abend, am Morgen und am Mittag bringe ich mein Klagen und Stöhnen vor ihn, und er hört mich! Er rettet mich und bewahrt mein Leben.

Psalm 55,17-19a

Das Flugzeug war gelandet. Voll Erwartung stiegen die Passagiere aus. Nur noch das Gepäck in Empfang nehmen, dann die Pass- und Zollkontrollen passieren, und schon schien einem schönen Urlaub im warmen Nordafrika nichts mehr entgegenzustehen. Während wir am Rollband warteten, auf dem die Koffer ankommen sollten, versuchte ein Herr neben uns sein Handy in Betrieb zu setzen. Er hatte es, wie gefordert, während des Fluges ausgeschaltet. Jetzt aber hatte er sich die PIN, die vierstellige Nummer, den Geheimcode, nicht gemerkt, um sein Handy wieder zu aktivieren. Es war einfach nichts zu machen. Alle Versuche führten nur dazu, dass schließlich die Funktion überhaupt nicht mehr reagierte.

Völlig verzweifelt suchte er Hilfe und war offensichtlich mit der Situation total überfordert. Niemand konnte ihm helfen, sein Handy blieb stumm. Er wusste weder die Telefonnummern seiner Verwandten und Freunde, noch die Notrufnummer seiner Telefongesellschaft. So viel tolle Technik, aber es nützte alles nichts, weil ihm das Entscheidende, der Zugangscode, fehlte.

Manchmal empfinde ich so ähnlich wie dieser Mann: in einer konkreten Situation überfordert und hilflos. Wie gut, dass wir für solche Situationen immer Gottes „Zugangscode 5015" zur Verfügung haben. Dahinter verbirgt sich ein Wort aus der Bibel, aus Psalm 50,15 (Hfa): „Wenn du keinen Ausweg mehr siehst, dann rufe mich zu Hilfe! Ich will dich retten und du sollst mich preisen."

Zu Gott rufen, das heißt beten und das Herz bei ihm ausschütten. Weil mir ein Gebet schon so oft eine wirkliche Hilfe und Rettung war, verlasse ich mich aufgrund dieser Erfahrungen immer wieder darauf.

Selbst wenn alles zusammenzubrechen scheint, kein Ausweg in Sicht ist, habe ich mir angewöhnt, gerade dann, fast mechanisch einen Satz in mein Gedächtnis zu rufen: Mache aus den Sorgen ein Gebet! Und mit einem Mal bin ich mit meinen Sorgen nicht mehr allein. Gott hört zu, auf einer 24-Stunden-Hotline, ohne langes Einwahlprozedere, ohne Besetztzeichen, kostenlos, persönlich und individuell. Was für eine Sicherheit und Beruhigung — auch am heutigen Tag.

Johannes Hartlapp


41/2008 | 29/2008