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18/2008
 

Und kommt ihr vom richtigen Weg ab, so hört ihr hinter euch eine Stimme: „Halt, dies ist der Weg, den ihr einschlagen sollt!"

Jesaja 30,21 (Hoffnung für alle)

„Victor, kannst du für mich einspringen?" fragte Alexander seinen .Studienkollegen. „Ich müsste heute Nachmittag Zeitungen austragen, habe aber einen Arzttermin." „Na klar, mach ich", sagte Victor. „Wo sind denn die Zeitungen?"

„In meinem VW-Bus. Du kannst ihn für die Fahrt nehmen, damit du nicht auch noch Benzinkosten hast. Brauchst du einen Stadtplan?" „Nicht nötig, ich kenne mich aus", versicherte Victor. „Gut. Du wirst sicher nicht länger als drei Stunden brauchen", meinte Alexander.
Zuversichtlich kletterte Victor in den VW-Bus und startete. Er vertraute auf seinen guten Orientierungssinn und hatte den Ort auch bald erreicht. Am Ortseingang hielt er an und nahm sich die Adressliste vor. „Schön. Als erstes in die Bahnhofstraße", murmelte er. „Die wird einfach zu finden sein." Doch das war ein Irrtum, denn die Karte, die er eingesteckt hatte, zeigte keinen einzigen Straßennamen. Er musste bei Tankstellen und Gasthöfen nachfragen und fuhr im Zick-Zack-Kurs durch den Ort. Nach acht Stunden hatte er endlich alle Zeitungen verteilt. ,,Ich hätte auf dich hören sollen, Alex", gestand er. „Ich hatte mich zu oberflächlich informiert."

Manche Christen meinen auch, sie kämen nur mit einem guten Erinnerungsvermögen über ihre Bibel sicher ans Ziel. Nicht lange, da stecken sie doch in einer Sackgasse und wünschen, sie hätten sich gründlicher mit Gottes Wort befasst. Eine gute Bibelkenntnis und die regelmäßige Beschäftigung mit dem Wort Gottes sind zwar keine Garantie dafür, dass im Leben immer alles glatt läuft (prominentes Gegenbeispiel: Jesus!). Und doch dient uns Gottes Wort als Orientierungshilfe, als „Straßenkarte", als „Wegbeleuchtung".

Wer gelernt hat, die Prinzipien der Bibel auf das persönliche Leben sinnvoll zu übertragen, kommt besser und leichter voran. Natürlich dürfen das keine trockenen Buchstaben bleiben. Durch die persönliche Verbindung mit unserem Freund und Führer im Himmel werden wir erkennen, wie wir unseren „GPS-Kontakt" verbessern können. Dazu gehört auch, dass wir uns immer wieder fragen, wo wir stehen und wodurch wir wieder einmal in der Klemme stecken. Wir dürfen direkt um Hilfe und Führung bitten. Zwar antwortet uns keine hörbare Stimme, doch wir erhalten Signale, die Gott uns schickt und die uns sicher den Weg weisen.

Sylvia Renz


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