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07/2008
 

... und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu!

Offenbarung 21,4.5

Als der polnische Bahnarbeiter Jan Grzebski an einem Tag im Jahr 1988 morgens zur Arbeit ging, ahnte er nicht, welches Schicksal ihn an diesem Tag ereilen würde. Bei einer Routinetätigkeit — dem Zusammenkoppeln zweier Waggons — rutschte er aus und zog sich schwere Kopfverletzungen zu. Er fiel ins Koma und war gelähmt. Die Ärzte versuchten, was in ihrer Macht stand, damit Jan Grzebski sein Bewusstsein wiedererlangt — vergeblich. Seine Frau glaubte jedoch an seinen Lebenswillen und pflegte ihn viele Jahre lang. Einige sagten zu ihr, dass ihr Mann besser Sterbehilfe erhalten solle, anstatt „als lebende Leiche" dahinzuvegetieren sein Geist scheint wieder voll da zu sein. Er kann sich sogar an die Zeit vor seinem Unfall erinnern.

Dabei erlebte er eine echte Überraschung: Als er ins Koma fiel, war Polen noch eine Diktatur, es gab bittere Armut, stinkende, klapprige Autos, graue Häuser und eine Gewerkschaft namens „Solidarität", die für mehr Freiheit kämpfte. Jetzt genießen die Menschen in Polen umfassende Freiheiten, sie fahren schicke Autos, wohnen in frisch renovierten Häusern und der ehemals bekämpfte Gewerkschaftsführer Lech Walesa hat seine Amtszeit als gewähltes Staatsoberhaupt bereits hinter sich gebracht. Es gibt zwar noch Armut, aber auch manchen Luxus. Reportern sagte Jan Grzebski, „dass die Welt jetzt schöner ist".

Dieses Ereignis erinnert mich an das, was Gott den Menschen versprochen hat, die an ihn glauben. Sie werden zwar sterben, aber der Tod wird für sie nur wie ein Schlaf sein (vgl. Joh 11,11; Pred 9,5). Bei Jesu Wiederkunft werden sie auferstehen (1 Kor 15,52) und in Gottes neuer Welt leben, von der in unserem Eingangstext die Rede ist. Sie sterben in einer Welt voller Ungerechtigkeit und Leid, und wachen in einer neuen Welt auf, in der dies alles nicht mehr existiert. Dafür wohnen sie dann mit Jesus Christus, ihrem Schöpfer und Erlöser, in derselben Stadt (Offb 21,3). Wenn das kein Grund zur Freude ist!

Thomas Lobitz


08/2008 | 16/2008