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23/2007
 



Das steinerne Herz



„Ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist in euch geben und will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben.“

Hesekiel 36, 22-32


Wilhelm Hauff schrieb das Märchen vom Kohlenmunk-Peter, der irgendwo im Schwarzwald in einer einsamen Waldhütte etwas Merkwürdiges fand. Auf einem Regal standen Gläser. In jedem Glas war eine Flüssigkeit. Und in der Flüssigkeit war - ein Herz. Der Besitzer der Hütte erklärte ihm: „Diese alle haben des Lebens Ängste und Sorgen weggeworfen. Keins dieser Herzen schlägt mehr ängstlich und besorgt.“
Tatsächlich hat der gute Kohlenmunk-Peter sein Herz auch gegen ein steinernes Herz eingetauscht, regelrecht verkauft. Er bekam einen Haufen Geld dafür. Dazu leuchtete ihm ein, was schon die anderen als Vorzug schätzten: Im Sommer ist solch ein steinernes Herz angenehm kühl. Kein Jammer, kein Mitleiden pocht mehr an die Tür.
Plötzlich war alles anders. Nichts freute ihn mehr: Kein Bild, kein Haus, keine Musik. Seine Ohren waren abgestumpft für alles Schöne. Er reiste ohne Zweck und Ziel durch die Welt. Sein Herz war versteinert. Wenn andere lachten, lachte er noch mit. Aber er verzog dabei den Mund nur aus Höflichkeit. Sein Herz lächelte nicht mit. Schließlich weinen Steine auch nicht.
Dieses Bild stammt aus Gottes Wort. Nur handelt Gott umgekehrt. Das gefühllose, steinerne Herz wird aus uns herausgenommen und gegen ein neues, fleischernes Herz eingetauscht.
Zuerst will Gott unser Herz verändern. Wenn er an uns arbeitet, wachen plötzlich neue Empfindungen auf. Die abgestumpften Ohren werden empfindsam für das, was um uns her geschieht. Nöte der anderen werden erkannt. Freuden werden geteilt.
Unsere harten Herzen werden nur dort aufgeschmolzen und erweicht, wo man die bewegende Liebe Gottes in Jesus erkennt und empfindet. Steinerne Herzen sind Gott gegenüber verschlossen. Fleischerne Herzen verlangen nach Gottes Geist, der Willen und Denken nach dem Herzen Gottes prägt.


33+34/2007 | 31/2007