You are here: Andacht der Woche  

19/2007
 

Was auch geschieht, das eine wissen wir: Für die, die Gott lieben, muss alles zu ihrem Heil dienen. Es sind die Menschen, die er nach seinem freien Ent-schluss berufen hat.

Römer 8,28 (Gute Nachricht Bibel)


Im Volksmund heißt der Mai „Wonnemonat". Aber das ist er nicht für jeden .:. Es ist der 6. Mai 2005. Tobias fährt von der Schule nach Hause. Da wird er in einer Rechtskurve geschnitten. Er weicht in den Seitenstreifen aus. Doch die Straße ist nass, der PKW kommt ins Schleudern, ein entgegenkommender Wagen prallt fast ungebremst in seine Fahrertür. Das Auto ist ein Trümmerfeld, Tobias wird lebensgefährlich verletzt. Die Schädelbasis ist doppelt gebrochen, auch Nase und Wangenknochen, der Kiefer ist zertrümmert, elf Zähne sind herausgefallen; viele wichtige innere Organe sind schwerst verletzt, er hat zahlreiche Knochenbrüche.

Hoffnungslos? Nicht für Tobias! Vier Monate später sitzt er wieder im Unterricht. Er hat zwölf Operationen und eine erfolgreiche Reha hinter sich. Er kann ohne Krücken gehen und beginnt mit Sport, um seinen Körper besser zu koordinieren. In dieser schmerzreichen und harten Zeit hat er das Lachen nicht verlernt, im Gegenteil. Er ist dankbar, dass ihm Gott wieder auf die Beine geholfen hat. Er fragt nicht nach dem „Warum?" Viel besser - so meint er - sei es, das Beste aus jeder Situation zu machen: „Vertrauen wir darauf, dass Gott einen Plan mit uns hat." Er hat am eigenen Leib erfahren, was Winston Churchill damals seinen Mitarbeitern einhämmerte: „Never, never, never give up!" Gib niemals auf! Halte durch!

Einige seiner ehemaligen Mitpatienten in der Reha sind inzwischen computersüchtig oder nehmen Drogen, weil sie für ihr Leben keine Perspektive mehr sehen. Sie sind verbittert und resigniert. Obwohl sie weniger schwer verletzt sind, als Tobias es war, macht ihre Genesung keine Fortschritte. Sie rebellieren innerlich gegen etwas, was sie nicht mehr ändern können. Das kostet viel Kraft.

Tobias aber hat erlebt, dass Wunder möglich sind. Das Vertrauen in Gottes heilende Kraft, die Gebete seiner Familie und Freunde, die Geschicklichkeit begabter Chirurgen und sein eigener Kampfgeist brachten ihn voran. Das kann uns Mut machen. Auch wir sollen dranbleiben, obwohl es manchmal hart ist und Aufgeben viel verlockender erscheint. Gott gibt uns die Kraft. Deshalb: „Gib dich niemals auf, egal was kommt!"
Sylvia Renz


20/2007 | 23/2007