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18/2007
 

„Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubet dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen.“

Johannes 5, 19-30

Der französische Schriftsteller Albert Camus hat empfohlen, endlich „klar zu denken und nicht mehr zu hoffen“. Daraus spricht ein großer Mut. Wer bringt es übers Herz, einem Kranken noch die letzten Hoffnungen auf Genesung zu zerstören?

Aber Camus hat Recht. Wenn wir von Luftschlössern träumen, betrügen wir uns nur selbst. Träume mit großen Hoffnungen werden uns eines Tages umso mehr enttäuschen.
Auch Jesus will das klare Denken. Darum stellte er sich den niederdrückenden Tatsachen, die Menschen beschweren können. Er sprach von Leiden und Krankheit, von Unrecht und Sünde, ja vom Sterben.

Und gerade diesen Tatsachen zum Trotz gibt Jesus begründete Hoffnung. Er leitet sein Wort mit dieser doppelten Bestätigung „wahrlich, wahrlich“ ein. Das ist die Übersetzung von „Amen“, mit dem wir unser Gebet bekräftigen. Auf dieses Wort Jesu kann man bauen. Das gilt.

Aber bei Jesus bleibt das nicht nur ein Reden. Als ihm der Vater dieses Amt der Erlösung auftrug, sagte er gehorsam „Amen“. Er hat sich an den elendsten Leidensstätten zu den Aussätzigen, Blinden, Armen und Verzweifelten gestellt. Und am Kreuz hat er sich auf die unterste Stufe eines verfluchten Lebens eingeordnet, um auch den elendsten Menschen zu erretten. So macht er durch seine Erlösung lebendig, welche er will (Vers 21). Auch den Tod hat er entmachtet.

Jesus verzichtet darauf, unsere billigen Träume und materiellen Wünsche zu erfüllen. Wir gehen auf den Tod zu und wissen, dass seine Macht schon wackelt. Denn nicht der Tod verschlingt uns, sondern Jesus verschlingt den Tod.

Diese Tatsache hängt an einem Nagel: „Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat!“ Ohne Jesus Christus ist selbst ein geschäftiges Leben tot wie ein Leichnam. Aber wer an Jesus glaubt, der weiß um die großen Taten, die er heute in uns erwecken will, die wir durch die Sünde stumpf und abgebrüht geworden sind.


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