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12/2007
 

Deshalb seid jederzeit bereit! Denn ihr wisst nicht, wann euer Herr [Jesus] kommen wird.

Matthäus 24,42 (Hoffnung für alle)

Ein Italienurlauber berichtete: „Ich wanderte am Corner See zur Villa Arconati, die wie ein Dornröschen-schloss einsam an der Spitze einer Halbinsel liegt. Ein alter Gärtner schloss das schwere Portal auf und führte mich durch den wunderschön angelegten Garten. Ich fragte: ,Wie lange arbeiten Sie schon in dieser Villa?' Er sagte stolz: ,Seit 24 Jahren diene ich meiner Herrin.' Auf meine Frage, wie oft seine Herrin in dieser Zeit die Villa besucht habe, antwortete er: ,Sie war in dieser Zeit nur viermal hier. Ihr letzter Besuch liegt schon zwölf Jahre zurück.' Ich war erstaunt und sagte: ,Ge-wiss wird sie Ihnen öfter mal schreiben.' Als er das verneinte, fragte ich ihn nach seinem Auftraggeber. Er sagte: ,Ich verhandle mit dem Bevollmächtigten meiner Herrin, der in Mailand lebt.' Meine Antwort lautete: ,Gewiss kommt der öfter her, um nach dem Rechten zu sehen.' Der Gärtner verneinte auch das und sagte: ,Ich bin fast immer allein an diesem Ort. Nur manchmal kommt rein zufällig ein Fremder wie Sie vorbei.' Voller Bewunderung sagte ich: ,Sie haben den Garten so gut gepflegt und so sauber und schön angelegt, dass Ihre Herrin morgen kommen könnte.',Heute, mein Herr, heute!', war die Antwort des Gärtners."

Der Gärtner in der Villa Arconati wusste nicht, wann seine Herrin erscheinen würde. Es gab keine Zeichen, an denen er es hätte erkennen können. Ähnlich ist es bei fesus Christus, denn wenn die Zeichen eintreffen, die er unmittelbar mit seiner Wiederkunft in Verbindung bringt (siehe Mt 24,29.30), ist es zu spät für jede Vorbereitung. Daher sagte er: „Seid jederzeit bereit!"

Der Gärtner in der Villa Arconati veranschaulicht auf moderne Weise, was Jesus in seinem Gleichnis vom „klugen und zuverlässigen Verwalter" lehrte: Seiri Herr hat ihm in seiner Abwesenheit „die Verantwortung für alle Mitarbeiter übertragen; er soll sie zu jeder Zeit mit allem Nötigen versorgen." (Mt 24,45.46 Hfa) Das macht der Verwalter fleißig und treu: Er ist täglich bei seiner Arbeit. Er treibt keinen Müßiggang, fuhrt keine endlosen Diskussionen über die Anweisung seines Herrn und klettert auch nicht aufs Dach, um irgendwelche Anzeichen für das Kommen seines Herrn zu entdecken.
„Dieser Verwalter darf sich glücklich nennen, wenn sein Herr ihn bei seiner Rückkehr gewissenhaft bei der Arbeit findet." (V. 46) So einfach ist es, vorbereitet zu sein! Bist du, bin ich gewissenhaft bei der Aufgabe, die Christus seinen Nachfolgern übertragen hat - der Verbreitung seines Evangeliums in Wort und Tat?

Helmut Mayer


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