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11/2005
 

Und Gott redete alle diese Worte: Ich bin der herr, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe ... Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligest... Denn in sechs Tagen hat der herr Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tage. Darum segnete der herr den Sabbat tag und heiligte ihn.

2. Mose 20, 1.2.8.11



Mich wundert immer wieder, wenn einige Christen sich ausgerechnet auf Jesus Christus berufen, um zu behaupten, dass das biblische vierte Gebot, das die Heiligung des Sabbats betrifft, für Jesu Nachfolger nicht mehr verbindlich sei. Nicht nur zwischen Christus und dem Sabbat bestehen enge Beziehungen; sondern auch zwischen ihm und dem Sabbatgebot.



Wer hat das Volk Israel aus Ägypten geführt? Klar, Gott. Meine übliche Nachfrage: Vater oder Sohn? Auch hierbei ist das Zeugnis des Neuen Testaments eindeutig. Paulus schrieb: „Ich will nicht, dass ihr in Unkenntnis darüber seid, Brüder, dass unsere Väter alle unter der Wolke waren und alle durch das Meer hindurchgegangen sind ... und alle denselben geistlichen Trank tranken, denn sie tranken alle aus dem geistlichen Felsen, der (sie) begleitete. Der Fels aber war Christus." (1. Ko 10,1.4 EB) Der Sohn Gottes selbst begleitete sie in der Gestalt der Wolken- und Feuersäule (siehe 2 Mo 13,21; 14,19.24). Er war es, der das Volk Israel aus Ägypten geführt hat (siehe Jud 4b.5). Und damit war er auch der Gesetzgeber.



Jakobus bestätigt das mit seiner Aussage: „Einer ist Gesetzgeber und Richter, der zu erretten und verderben vermag." (Jak 4,12 EB) Jesus hat selbst gesagt, dass er der alleinige Richter ist: „Denn der Vater richtet niemand, sondern hat alles Gericht dem Sohn übergeben." (Jo 5,22)



Der Sohn Gottes war der Führer des Volkes Israel und der Gesetzgeber. Was macht das für einen Unterschied? Für mich einen großen. Wenn Jesus sagt: „Liebt ihr mich, so werdet ihr meine Gebote halten" (Jo 14,12), so meint er damit nicht nur seine Gebote in den Evangelien (von denen wir leider einige sehr vernachlässigen, siehe Jo 13,34.35), sondern auch die Zehn Gebote, die er vom Berg Sinai gab.

Das Sabbatgebot stammt direkt vom Sohn Gottes. Auf Erden versicherte er uns: „Der Sabbat ist um des Menschen willen gemacht und nicht der Mensch um des Sabbats willen." (Mk 2,27) Sein Gebot, am Sabbat zu ruhen, d. h. mit aller Art von Arbeit aufzuhören, damit wir uns ihm zuwenden, um Stärkung, Veränderung und Wegweisung zu empfangen, ist ein Ausdruck seiner Liebe und Fürsorge.

Werner E. Lange


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