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03/2005
 

So habt nun Acht, dass ihr tut, wie euch der HERR, euer Gott, geboten hat und weicht nicht, weder zur Rechten noch zur Linken, sondern wandelt in allen. Wegen, die euch der HERR, euer Gott, geboten hat, damit ihr leben könnt und es euch wohl geht und ihr lange lebt in dem Lande, das ihr einnehmen werdet.

5. Mose 5,32.33



Ich erinnere mich noch lebhaft an ein Erlebnis während eines Aufenthalts in den USA. Auf der Rückreise von der Generalkonferenzversammlung 1980 in Dallas, Texas, besuchte ich einen Verwandten, der als Deutsch- und Fluglehrer am Atlantic Union College im US-Bundesstaat Massachusetts tätig war. Mit einem zweimotorigen Flugzeug unternahmen wir einen Ausflug in die Hauptstadt Washington. Es war für mich etwas ganz Besonderes, die ständig wechselnden Bilder der unter uns liegenden Landschaft so plastisch zu sehen.



Der Rückflug erfolgte zu später Stunde. Es war schon dunkel. Vor uns lag ein Nachtflug und ich sollte bei der Navigation helfen. In der einen Hand eine Taschenlampe und auf den Knien eine große Flugkarte mit der eingezeichneten Flugroute, musste ich die Instrumente von Peilstation zu Peilstation genauestens nach der gegebenen Anweisung einstellen. Nach meinen Einstellungen flog der Pilot in stockdunkler Nacht dem Heimatflugplatz entgegen. Ich durfte bei der Einstellung der Instrumente auch nicht die kleinste Abweichung von der Anweisung vornehmen. Nach Stunden gab der Pilot ein Funksignal und plötzlich flammten voraus die Lichter der Landebahn und der Gebäude des kleinen Flugplatzes in der Nähe des Atlantic Union Colleges auf. Wir waren am Ziel.

Für mich hat dieses Erlebnis eine tiefe geistliche Bedeutung bekommen. Christen sind auf dem Weg in die himmlische Heimat und erleben Tages- und Nachtzeiten. Nicht immer lässt sich alles klar und deutlich erkennen. Manchmal ist es auch dunkel in und um uns. Doch wir haben die Weisungen des Wortes Gottes, die uns den Weg nicht verfehlen lassen, wenn wir sie beachten und nicht abweichen, „weder zur Rechten noch zur Linken", wie unser Andachtswort sagt.

Es stammt von Mose in seinen Abschiedsreden an das Volk Israel an der Grenze zum verheißenen Land (siehe 5 Mo 1,1-3). Gerade zuvor hatte er ihnen die
Zehn Gebote noch einmal in Erinnerung gerufen (siehe 5 Mo 5,5-22). Auf sie sollen wir besonders ach ten und sie befolgen. Mose sagte: „Bleibt genau auf
dem Weg, den er euch mit seinen Geboten gewiesen hat. Dann ... wird es euch gut gehen." (5 Mo 5,33 GNB).

Egon Hennig


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