You are here: Andacht der Woche  

2/2005
 

Es lag aber einer krank, Lazarus aus Betanien, dem Dorf Marias und ihrer Schwester Marta.

Johannes 11:1


Das neue Jahr liegt noch vor uns. Ich weiß nicht, wie viele gute und gut gemeinte Wünsche du für 2005 bekommen hast, aber eines ist jetzt schon sicher: Es werden sich nicht alle Wünsche erfüllen. Bei einigen mag das vielleicht ganz gut sein - bei anderen hätte ich es dir und mir gern gegönnt. Aber auch in diesem Jahr wird nicht alles glatt gehen - leider. Grund zur Sorge oder gar zur Resignation? Ist uns der Glaube immer eine Hilfe?

Lazarus ist krank. Wir kennen ihn aus der Bibel zusammen mit Maria und Marta als Freund Jesu. Deshalb ist auch selbstverständlich, das sie Jesus um Hilfe bitten: "Da sandten die Schwestern zu Jesus und ließen ihm sagen: Herr, siehe, der, den du lieb hast, liegt krank."

Die beiden Schwestern bitten Jesus nicht direkt um Hilfe, sondern erzählen ihm, was sie beschäftigt, was ihnen Sorgen macht - eben wie man es einem Freund berichtet. Darüber hinaus wir deutlich, das auch Menschen, die Jesus lieb hat, krank werden können, sogar schwer krank. Ja, es kann sogar sein, daß so jemand stirbt, was nicht bedeutet, daß er von Jesus vergessen oder weniger geliebt wurde.

Vielleicht wird es deshalb nochmals wiederholt: " Jesus aber hatte Marta lieb und ihre Schwester und Lazarus". Das ist schon ein kleines Stück Entlastung: Ein Gläubiger darf krank werden oder in Schwierigkeiten kommen - keine Katastrophe. Er dar in Not bleiben, ja sogar sterben - ohne daß der Glaube zusammenbrechen muß, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Doch, es kann und es darf und Gottes unendliche Liebe hilft uns, damit zurechtzukommen. Als Jesus von der Krankheit seines Freundes erfährt, erklärt der: "Diese Krankheit ist nicht zu Tode, sonder zur Verherrlichung Gottes, damit der Sohn Gottes dadurch verherrlicht werde." Vor diesem Hintergrand hatten Maria, Marta und Lazarus ihre Lage wohl noch nicht betrachtet. Jesus behauptet, Schwierigkeiten, Probleme und Krankheiten im Leben eines Menschen, der Gott vertraut, können einen Sinn haben, auch wenn dieser nicht sofort zu erkennen ist.
Auf keinen Fall liegt der Sinn im Tod. Im Gegenteil! Sie sollten tatsächlich die Herrlichkeit Gottes erfahren! Jesus weckte seinen Freund Lazarus nach drei Tagen vom Tod auf und zeigt, daß er der Herr über Leben und Tod ist. Ralf Schönfeld



01/2005 | 03/2005