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PROTESTANTEN ZUM PAPSTBESUCH: „LUTHER HÄTTE SICH G
 

H a m b u r g (idea) – Der Bayernbesuch von Papst Benedikt XVI. hat bei theologisch konservativen Protestanten ein positives Echo ausgelöst. Aus der EKD sind verhaltenere Töne zu hören. „Luther hätte sich gefreut“, sagte der Vorsitzende der Konferenz Bekennender Gemeinschaften in den evangelischen Kirchen Deutschlands, Pastor Ulrich Rüß (Hamburg), gegenüber idea. Für evangelische Christen sei es sehr bemerkenswert und erfreulich gewesen, wie klar sich der Papst in der Ökumenischen Vesper zur Rechtfertigungslehre bekannt habe.
Papst Benedikt XVI

„Vor wenigen Jahren wäre eine solche Stellungnahme in der katholischen Kirche undenkbar gewesen“, so Rüß. Dies sei ein „riesengroßer, meist unterschätzter und nicht wahrgenommener Fortschritt in der ökumenischen Beziehung“. Der Papst habe eindeutig bezeugt, dass Christus als die Liebe Gottes im Zentrum des christlichen Bekennens stehe. Auch habe er „in sehr authentischer, klarer, den Menschen zugewandter Art Mut gemacht, sich auf Gott und den Glauben einzulassen, nach dem Woher und dem Sinn des Lebens zu fragen, offen und hörbereit zu sein auf Gott“. Dadurch sei der Papstbesuch auch für Nichtkatholiken ein Gewinn gewesen.

Huber: Geringschätzung des Protestantismus
Der Vorsitzende der Theologischen Kommission der Weltweiten Evangelischen Allianz, Rolf Hille (Tübingen), betonte, dass die Ansprachen des Papstes die Einstellung der römisch-katholischen Kirche zu verschiedenen Zielgruppen widerspiegelten. Von allen Menschen guten Willens - nicht zuletzt Angehörigen nichtchristlicher Religionen – erwarte die katholische Kirche, dem Fanatismus und der Gewalt zu entsagen. Die protestantischen Kirchen habe der Papst zur Zusammenarbeit beim Verbreiten des Christusbekenntnisses und von ethischen Werten aufgerufen. Die Orthodoxen stünden der katholischen Kirche am nächsten. Ihnen habe Benedikt XVI. enge ökumenische Verbindungen signalisiert, weil man sich im Kirchesein gegenseitig anerkenne. Diese Differenzierungen müssten bei weiteren ökumenischen Gesprächen beachtet werden. Hille ist hauptamtlich Rektor des pietistischen Albrecht-Bengel-Studienhauses in Tübingen.

Ex-EKD-Ratsvorsitzender Kock: Papst als „Lichtgestalt“
Von prominenten Repräsentanten der EKD kamen zurückhaltendere Einschätzungen. Der EKD-Ratsvorsitzende, Bischof Wolfgang Huber (Berlin), der sich in Budapest bei der Vollversammlung der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa aufhielt, bedauerte, dass der Papstbesuch die ökumenische Realität nicht angemessen widergespiegelt habe. Der Papst habe die Vertreter der Orthodoxie vor den evangelischen Kirchen begrüßt, was als Geringachtung des Protestantismus gedeutet werden könne. Für die weitere ökumenische Gemeinschaft bedürfe es Respekt vor den kirchlichen Ämtern der anderen Seite.

Kock: Papst ist kein Heilsbringer
Huber Vorgänger als Ratsvorsitzender, Präses i.R. Manfred Kock (Köln), sagte im Deutschland-Radio Kultur, Benedikt XVI. habe sich durch eine perfekte Inszenierung als „Lichtgestalt“ dargestellt und werde wie ein „Heilsbringer“ verehrt. Diese Form von Kirche entspreche nicht dem evangelischen Verständnis. Die Kirche müsse Jesus-Nachfolger machen und sich nicht als triumphierende Machtgestalt gebärden. Im Blick auf das Abendmahl hätte Kock Schritte zum gegenseitigen Anerkennen erwartet. Zugleich würdigte der Theologe, dass der Papst zum gemeinsamen Gebet, zum Lesen der Bibel und zur Pflege der ökumenischen Gastfreundschaft aufgerufen habe.
http://www.idea.de/startseite/nachrichten/sv-ss-topnews/article/47071/128/
Europas Protestanten rücken zusammen

Von: Evangelische Nachrichtenagentur idea

Budapest (idea) – Die evangelischen Kirchen Europas wollen mehr zusammenarbeiten, um sich stärker an der Gestaltung des Kontinents beteiligen zu können. Dafür setzt sich die Vollversammlung der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) ein, die vom 12. bis 18. September in Budapest tagt. Vor den 120 Delegierten aus 105 Kirchen sagte der EKD-Ratsvorsitzende, Bischof Wolfgang Huber (Berlin), die Kirchen der Reformation hätten die politische, kulturelle, wissenschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung Europas wesentlich beeinflusst.
http://www.idea.de/startseite/nachrichten/sv-ss-topnews/article/47060/736/


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